Guatemala, Massenpanik - Historisches Bild

Nach der Massenpanik: Vor 25 Jahren sterben im Mateo-Flores-Stadion in Guatemala 84 Menschen. Mehr als hundert wurden schwer verletzt. (Foto: Keystone/AP/Douglas Engle)

Die guatemaltekische Nationalmannschaft sollte an diesem Mittwochabend, 16. Oktober 1996, gegen Costa Rica antreten. Zwar fasste das Stadion nur 45‘000 Menschen, doch es waren etwa 60‘000 Fans gekommen. Fälscher hatten Tausende gefälschter Eintrittskarten verkauft.

Schon eine Stunde vor Spielbeginn war das Stadion bis auf den letzten Platz besetzt. Doch noch immer drängten weitere Menschen durch die engen Eingänge auf die Tribünen und Stehplätze. Schlägereien brachen aus, die in einer riesigen Massenpanik gipfelten. Viele Menschen wurden erdrückt oder erstickten.

Guatemalas Präsident Alvara Arzu beobachtete das Chaos von einem Logenplatz aus und brach das Spiel ab. Überall lagen Leichen, auf dem Rasen wurden die zahlreichen Verletzten medizinisch versorgt.

Massenpaniken in Fussballstadien sind keine Seltenheit.

24. Mai 1964, Lima: 318 Tote.
17. September 1967, Kayseri/Türkei: 44 Tote
23. Juni 1968, Buenos Aires: 74 Tote
02. Januar 1971, Glasgow: 66 Tote
17. Februar 1974, Kairo: 49 Tote
20. Oktober 1982, Moskau: 340 Tote (offiziell 61)
01. Mai 1985, Bradford/England: 56 Tote
29. Mai 1985, Brüssel, Heysel-Stadion: 39 Tote
12. März: 1988, Kathmandu: 93 Tote
15. April 1989, Hillsborough-Stadion/Sheffield: 95 Tote
13. Januar 1991, Orkney/Südafrika: 40 Tote
05. Mai 1992, Bastia/Korsika: 15 Tote
16. Oktober 1996: Guatemala, 84 Tote
11. April 2001, Johannesburg: 47 Tote
09. Mai 2001, Accra/Ghana: 124 Tote